© 2016 – 2020 rooom.biz

+49 (0)172 – 268 38 33

Stadtraumpiraten erobern leerstehende Gebäude

Wie kann man eigentlich leerstehende Gebäude nutzen, bis sie der Abrissbirne zum Opfer fallen? Das fragten sich drei Architekten aus Düsseldorf (eine davon ich ). Als Resultat entstand die Idee der Stadtraumpiraten. Wir kapern die Gebäude, richten Sie ein nach dem Minimax-Prinzip, also möglichst wenig investieren aufgrund der kurzen Nutzungsdauer. Dabei maximale Gemütlichkeit und Individualität erzeugen. Und dass diese Idee gut ankommt zeigt das Pilotpojekt Der Patriarch.

Vor gut einem Jahr haben wir das Apartment aus einer leerstehenden Etage in ein behagliches Domizil verwandelt. Dabei hätte man mit dem Projekt schon früher starten können. Denn seit 2014 steht das Areal leer. Oft liegen Jahre zwischen der neuen Nutzung und dem Bestand. Das sind genau die Zeiträume, in denen wir tätig werden wollen. Es ist leider nicht so leicht, aufgeschlossene Projektbeteiligte auf der Investorseite zu finden. Sie scheinen zu fürchten, dass man die Prozesse behindert. Dabei ist ja genau das Gegenteil der Fall. Sonst tote Areale werden belebt und gleichzeitig wird die Immobilie durch die Benutzung auch in Schuss gehalten.

Und wo genau befindet sich der Patriarch? Wo einst der Toombaumarkt seine Pforten öffnete wachsen heute Lupinien und Graffitis. Eigentlich schade, dass solch eine Institution aus der Stadt verschwindet. Vielen Oberbilkern ist das Objekt wahrscheinlich Mahnmal. Es macht Ihnen Angst, was dort neu entstehen wird, wie man an den Graffittis ablesen kann.

Für uns war es ein Glück, dass in dem seltsamen Gebäudeturm an der Oberbilker Allee dereinst der alte Firmenpatriarch eine Etage zum Wohnen für sich hatte anlegen lassen. So war die Infrastruktur gegeben für eine Umrüstung zur Kurzzeitvermietung. Kurzerhand wurde das vormals in bahamabeige gehaltene Badezimmer einfach samt Dusche schwarz lackiert. Sämtliche Möbel selbst gebaut. Größtenteils von Phillip, dessen crazy Möbel von Das Gute Ding seinesgleichen suchen. Aber auch externe Kreative, die von unserer Idee begeistert sind unterstützen uns. So gibt es ganz neu tolle Upcycling Möbel von Marc Rexroth mit seiner Firma reditum.

Und dank Kunst und großzügiger Leihgaben aus dem Freundeskreis können wir eine einmalige Atmosphäre schaffen. Diese wird anerkannt von den verschiedensten Menschen. Mittlerweile haben uns über 30 Nationen besucht. Businessleute genauso wie Junggesellen, die Abschied feiern oder Mädels auf Shoppingtour. Alle spüren das Besondere des Ortes. Es treffen sich Filmemacher aus Europa, die als Headquarter aus logistischen Gründen Düsseldorf gewählt haben. Bei uns in den Räumen zum arbeiten und feiern. Das macht uns besonderen Spaß. Und im neuen Jahr soll sogar ein Film dort gedreht werden. Wir sind gespannt. Wir freuen uns auf viele spannende und interessierte Gäste und vor allem wünschen wir uns neue Orte, die wir beleben können.

Mehr über die Stadtraumpiraten.

No Comments

Leave a Reply

+ 28 = 31